Homöopathisches Mittel

Wie funktioniert eigentlich Homöopathie? – Teil 3: Behandlungsgrundsätze und Heilungshindernisse


Fortsetzung von Teil 1: Grundprinzip und Mittelwahl und Teil 2: Potenzierung und Mittelwirkung

Behandlungsgrundsätze

Wichtig ist beim Heilungsprozess in der Homöopathie, in welcher Richtung bzw. Reihenfolge die Symptome verschwinden. Der ideale Heilungsverlauf, auch als Hering’sche Regel (nach dem amerikanischen Homöopathen Constantin Hering) bezeichnet, verläuft

  • von innen nach außen
  • von oben nach unten
  • in der umgekehrten Reihenfolge des
    Auftretens
    .

Das heißt, die außen liegenden Symptome (z. B. Hautprobleme) sollten zuletzt verschwinden, ebenso die weiter unten am Körper gelegenen. Die Symptome, die sich zuletzt gezeigt haben, sollten als erste weggehen. Natürlich lassen sich nicht immer alle drei Punkte gleichermaßen einhalten. Läuft aber der gesamte Prozess in die umgekehrte Richtung, wird es nicht zur Heilung kommen – dann ist man auf dem falschen Weg und muss ein passenderes Mittel suchen.

Der Verlauf des Heilungsprozesses sollte genau dokumentiert werden. Dabei ist darauf zu achten, alte, bereits früher schon einmal aufgetretene Symptome zu differenzieren von eventuellen neuen Symptomen, die sich zeigen. Das Wiederauftreten alter Symptome ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass der Patient sich rückwärts durch seine Krankengeschichte bewegt. Wenn alte Symptome noch einmal auftreten, sollten diese nicht behandelt werden, hier sind Geduld und Abwarten angezeigt, denn das verabreichte Mittel arbeitet noch. Wirklich neue Symptome geben einen Hinweis auf einen eventuell erforderlichen Mittelwechsel und können zum nächsten, aktuell besser passenden Mittel führen.

Grundsätzlich sollte nie in eine Besserung hinein behandelt werden. Das bedeutet, solange der Heilungsprozess sichtbar fortschreitet, erfolgt keine neue Mittelgabe. Ausgenommen hiervon ist die Arbeit mit Q-Potenzen, die – wie bereits erwähnt – etwas anders verabreicht werden.

Heilungshindernisse

Gelegentlich kommt es vor, dass der Organismus trotz des gut gewählten Mittels keine oder nur eine unbefriedigende Reaktion zeigt. In diesem Fall gibt es möglicherweise Heilungshindernisse, die verhindern, dass der Organismus adäquat auf das homöopathische Mittel reagiert. Zu diesen zählen:

  • die Unterdrückung von Beschwerden
  • die Antidotierung des Mittels
  • Umweltgifte
  • eine miasmatische Belastung.

Wenn die krankheitsauslösende Ursache fortbesteht, z. B. eine Schimmelpilzbelastung im Haus, kann die durch das homöopathische Mittel hervorgerufene Besserung immer nur vorübergehend sein. Zu einer echten Heilung kann es nur kommen, wenn die Ursache der Erkrankung beseitigt wird.

Wenn Beschwerden häufig oder seit langem unterdrückt wurden, z. B. Hautausschläge durch Gabe von Cortison, kann dies die Heilung erschweren oder manchmal ganz unmöglich machen. Eine Unterdrückung kann nicht nur durch schulmedizinische Mittel, sondern auch durch pflanzliche Therapeutika oder bei unsachgemäßem Einsatz durch homöopathische Arzneien erfolgen.

Manchmal zeigt das verabreichte Mittel eine gute Wirkung, die aber plötzlich unterbrochen wird. Dann ist es möglicherweise zu einer Antidotierung, also dem Löschen der homöopathischen Arzneimittelwirkung, gekommen. Möglich ist das durch ätherische Öle (Minze/Menthol, Duftöle, verschiedene Kräuter), Kaffee, Campher und auch bestimmte Vitamin-Mineralstoff-Präparate. Einzelne Mittel werden durch andere homöopathische Mittel oder Stoffe antidotiert, z. B. Nux vomica durch Coffea, Phosphorus durch Nux vomica oder Sepia durch Essig.

Greift die homöopathische Behandlung überhaupt nicht oder nur ganz kurz, liegt möglicherweise eine Belastung durch Umweltgifte wie Schwermetalle oder Lösungsmittel zugrunde. Ein weiterer Grund dafür kann sein, dass eine über Generationen weitergegebene so genannte miasmatische Belastung vorliegt (oft bei Rassezüchtungen), die nur durch die Gabe eines passenden anti-miasmatischen Mittels aufgehoben werden kann.

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