Hunde-Senior - wird er bald sterben?

Am Ende des Lebens – Alter und Sterben bei Haustieren


Egal, ob unseren Haustieren ein langes Leben beschieden ist oder ob sie durch Krankheit oder Unfall frühzeitig aus dem Leben scheiden – Tatsache ist, dass ihr Leben deutlich kürzer ist als unseres und wir demzufolge irgendwann mit ihrem Älterwerden und letztlich ihrem Sterben konfrontiert sind. Das ist für viele Menschen ein Thema, das sie verdrängen, bis sie vor der Situation selbst stehen. Besser ist es allerdings, wenn man sich schon vorher einige Gedanken dazu macht.

Mehr Rücksicht auf Senioren

Wenn Tiere älter werden, lassen oft ihre Sinne und ihre Kraft nach. Dann gilt es, etwas mehr Rücksicht zu nehmen. Bei Hunden verkürzen sich oft die Spielzeiten, sie sind nicht mehr so ausdauernd bei den Spaziergängen und reagieren nicht mehr so gut auf Kommandos oder Gesten. Sowohl Hunde als auch Katzen schlafen oft mehr, hören manchmal nicht mehr gut und erschrecken dadurch leichter. Auch die Sehkraft kann nachlassen, was sich nachteilig auf die Orientierung auswirken kann.

Katze schläft

 

Nicht bei jedem Tier, das sich weniger bewegt, liegt es allerdings am Alter. Man sollte abklären, ob Erkrankungen vorliegen, wie Arthrose oder Herzerkrankungen, damit man ggf. das Tier therapeutisch unterstüzen kann. Ist das der Fall, stellt man oft fest, dass sie wieder lebhafter werden. Generell sollte man sich aber an der Leistungsfähigkeit der Senioren orientieren und sie nicht überfordern. Hunde, die schlecht hören und sehen, sollte man an die Leine nehmen, damit sie nicht verlorengehen. Bei unserem Hundesenior war es am Ende so, dass er fast nichts mehr gehört und nur noch schmemenhaft gesehen hat. Das führte dann immer wieder dazu, dass er in die falsche Richtung lief und auch nicht zurückgerufen werden konnte. Da half dann nur noch die Leine, die ihm dann auch Sicherheit gab. Katzen, die nur noch sehr schlecht sehen können, sollte man möglichst in ihrer gewohnten Umgebung lassen und nicht mehr allein nach draußen lassen.

Wenn sich die Tiere weniger bewegen, empfiehlt es sich auch, das Futter etwas zu reduzieren. Da bei weniger Bewegung der Energieverbrauch sinkt, werden sie sonst schnell übergewichtig, was dann wiederum gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Mit mehr Leckerli vor dem Hintergrund „er hat doch sonst keine Freude mehr“ tut man dem Tier keinen Gefallen.

Das Sterben unserer Haustiere

Einschläfern ja oder nein?

Das Sterben von Haustieren spielt sich heutzutage sehr häufig in der Tierarztpraxis ab. Es ist schon fast selbstverständlich, dass die Tiere nicht mehr allein sterben, sondern vom Tierarzt eingeschläfert werden. Aber muss das immer so sein? Und wenn nicht, wie entscheidet man das?

Das Argument für das Einschläfern ist in der Regel, dass man dem Tier Leid ersparen möchte. Doch die Entscheidung, ob das Tier leidet oder nicht, fällt oft nicht leicht. Alt werden bedeutet nicht automatisch zu leiden. So lange das Tier noch am Leben teilnimmt, interessiert ist und sich freut, wenn es seine Menschen sieht, sollte man vom Einschläfern absehen.

Spritze

Anders sieht es aus, wenn Unfall oder Krankheit zu heftigen Schmerzen führen oder ein normales Leben nicht mehr möglich machen. So kann es z. B. sein, dass bei einer Katze ein Knochentumor vorliegt, mit dem das Tier gut noch eine Weile leben kann. Stürzt sie aber und bricht der Knochen an dieser Stelle, wird er aufgrund des Tumors nicht mehr heilen. Wenn die Katze zwar noch fit ist, sich aber dauerhaft nicht mehr fortbewegen kann, könnte das ein Grund sein, sie mit der Spritze vom Tierarzt von ihrem Leiden zu erlösen.

Häufig wird von Tierärzten auch angeboten, ein Tier einzuschläfern, wenn eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde, z. B. ein inoperabler Tumor. Auch hier sollte man sich aber am Allgemeinzustand des Tiers orientieren. Solange das Tier nicht offensichtlich leidet oder so massiv eingeschränkt ist, dass zum Beispiel Atmen oder Fressen, Urin- oder Kotabsatz nicht mehr funktionieren, sollte man vom Einschläfern absehen. Wenn die Tier noch sehr vital sind, kann es passieren, dass sie sich sehr gegen das Einschläfern wehren und der Abschied ein dramatischer Prozess wird.

Natürliches Sterben als Alternative

Was durch die häufige Praxis des Einschläferns etwas in Vergessenheit geraten ist, ist die Tatsache, dass auch unsere Tiere einen normalen Sterbeprozess durchlaufen können. Da wir es auch bei Menschen kaum noch miterleben, erscheint es oft als etwas Schreckliches und Schlimmes. Das muss es aber nicht sein – es kann auch ein angemessener Abschied daraus werden. In der Regel erscheint der Sterbeprozess des Tiers für den Menschen schlimmer, als er für das Tier tatsächlich ist.

Nach tibetischen Lehren wird das Sterben in fünf Phasen eingeteilt, die den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther zugeordnet sind. Sie folgen bei Mensch und Tier gleichermaßen aufeinander. Die Dauer richtet sich nach der Geschwindigkeit des Sterbeprozesses insgesamt – bei tödlichen Unfällen laufen die Phasen in Sekundenbruchteilen ab, sie können aber bei altersbedingtem Sterben auch Wochen bis Monate dauern. Die Sterbephasen beschreiben den Prozess der Loslösung der Seele vom Körper, der so genannten Exkarnation.

Über die natürlichen Sterbephasen und wie man sie begleiten und unterstützen kann, wird es in Kürze hier einen weiteren Blogartikel geben.

Wenn man sich für das Einschläfern entscheidet

Wichtig ist, sich in dieser Situation nicht zu viel Sorgen darüber zu machen, mit dieser Entscheidung etwas falsch zu machen. Auch wenn man sich für das Tier einen natürlichen Sterbeprozess wünscht, kann es sein, dass man es selbst nicht ertragen kann, das zu begleiten. Oder aber, dass sich die Situation während das Prozesses so verändert, dass man doch auf den Tierarzt zurückgreifen muss.

Damit man in dieser Situation nicht überfordert ist, sollte man sich schon im Vorfeld erkundigen, ob der Haustierarzt in einer solchen Situation nach Hause kommt. Dem Tier sollte nicht noch zusätzlicher Stress durch den Transport in die Praxis zugemutet werden. Aus diesem Grund sollte man auch bei dem Tier bleiben, damit es – allein gelassen – nicht unruhig und ängstlich wird. Auch über die zum Einschläfern verwendete Substanz sollte man sich mit der Praxis verständigen. Am besten ist ein überdosiertes Narkosemittel – damit schlafen die Tiere quasi ein und das Herz hört auf zu schlagen. Bei Kombinationen aus Narkosemitteln und Substanzen, die zu einem Atem- und Herzstillstand führen (z. B. T61), kann es zu sehr unschönen Reaktionen kommen, wenn die Tiere nicht vollständig bewusstlos sind, bevor der Atemstillstand einsetzt. Informieren Sie sich also am besten schon im Vorfeld, wie Ihr Tierarzt das handhabt und ob es gegebenenfalls eine alternative Praxis gibt, die Sie für diese Sondersituation heranziehen können.

Hundepfoten

Sollten Sie unsicher sein, was Ihr alterndes oder schwer krankes Tier angeht oder weitere Hilfestellung bei einer Sterbebegleitung benötigen, können Sie mich gern kontaktieren.