Katze Unsauberkeit

Unsauberkeit bei Katzen


Die Anruferin ist verzweifelt: „Ich kann einfach nicht mehr! Meine Wohnung stinkt, jeden Tag finde ich einen neuen Fleck auf dem Teppich oder auf dem Sofa! Können Sie mir helfen?“ Wie bei ihr, ist Unsauberkeit von Katzen ein häufiges Problem in der Tierheilpraxis. Und ein schwieriges dazu: Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen; oft ist es auch nötig, dass die Lebensumstände geändert werden.

Meist handelt es sich um einen Hilferuf der Katze – irgendetwas stimmt nicht (mehr) für sie, und sie findet keinen anderen Weg, um das auszudrücken. Bevor man hier auf die Suche nach möglichen Ursachen geht, sollte man aber auf jeden Fall organische Probleme – vor allem Erkrankungen der Harnwege – ausschließen.

Erkrankungen als Ursache für Unsauberkeit

Eine häufige organische Ursache ist eine Blasenentzündung. Ähnlich wie beim Menschen, kommt es hierbei in der Regel zu Schmerzen beim Harnabsatz, sehr häufigem Harndrang und zum Absatz nur kleiner Harnmengen. Der Schmerz beim Urinieren wird teilweise mit dem Katzenklo assoziiert, die Katze meidet dieses dann. Zur Diagnose sollte eine Urinuntersuchung vorgenommen werden, ergänzend ist es möglich, eine Ultraschalluntersuchung einzusetzen.

Auch weitere Harnwegserkrankungen können zu Unsauberkeit führen, so z. B. Harngrieß oder Harnsteine, die vor allem bei Katern durch die verhältnismäßig enge Harnröhre zu Problemen führen können. Kristalle verschiedener Harnsteine kann man ebenfalls im Urin erkennen. Bei älteren Tieren kann auch eine Nierenerkrankung zu Unsauberkeit führen. Erste Hinweise darauf können ebenfalls durch eine Urinuntersuchung gefunden werden, hier wäre es aber besser, mit einer Blutuntersuchung ein genaueres Bild von der Leistungsfähigkeit der Nieren zu bekommen. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung hilfreich sein.

Seltener sind andere Ursachen wie eine Zuckererkrankung, die zu vermehrtem Urinabsatz führt und auch häufigere Blasenentzündungen mit sich bringen kann, oder Tumorerkrankungen.

Psychische Ursachen

Sind organische Probleme ausgeschlossen worden, liegen in der Regel psychische Ursachen zugrunde.Als erstes sollte man den Standort und die Art des Katzenklos überprüfen. Es sollte nicht in der Nähe des Futterplatzes aufgestellt sein und grundsätzlich an einer Stelle, die ruhig und gleichzeitig gut überschaubar ist. Im Mehrkatzenhaushalt kann es auch zu Schwierigkeiten kommen, wenn eine Katze die andere auf dem Katzenklo bedrängt. Grundsätzlich mögen Katzen offene Katzenklos lieber, d. h. solche ohne Haube. Auch die Art des Katzenstreus kann dazu führen, dass die Katze das Klo meidet. Man sollte möglichst keine Streu mit Duftzusätzen verwenden. Aus naturheilkundlicher Sicht sind Holzstreus aus ökologischer Erzeugung zu bevorzugen (z. B. Cat’s Best Öko Plus Klumpstreu).

Manchmal sind es kleine Veränderungen im Haushalt, die bei sensiblen Tieren zu Unsauberkeit führen können. Beispielsweise umgestellte Möbel oder ein neuer Teppich. Katzen mögen Veränderungen nicht besonders, und so kann es schon dadurch manchmal zu dem Hilferuf kommen. Auch größere Veränderungen führen nicht selten dazu, dass die Katze auf einmal in die Wohung pinkelt. Hierzu zählen z. B. verlängerte Arbeitszeiten oder mehr Abwesenheit der Tierhalter, ein neues Familienmitglied (Baby oder anderes Tier), Bauarbeiten oder ein Umzug oder auch Stress der Katzen untereinander in einem Mehrkatzenhaushalt. Manche Menschen sprechen hier von „Protestpinkeln“ – das gibt es allerdings so in der Tierwelt nicht. Die Katze überlegt sich nicht, „denen werde ich es jetzt mal zeigen“, es ist für sie eher eine Situation, aus der sie keinen Ausweg findet. Das Pinkeln außerhalb des Katzenklos ist für sie ein Weg, anzuzeigen, dass etwas nicht stimmt.

Was kann man tun?

Lösungen für das Problem sind natürlich abhängig von der Ursache. Liegt eine Erkrankung zugrunde, muss diese zuerst behandelt werden, sei es durch den Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker. Sind es äußere Umstände, die zu Unsauberkeit geführt haben, sollte man versuchen, diese so zu modifizieren, dass die Katze sich wieder wohlfühlt. Ist dies nicht möglich, kann man versuchen, die Psyche der Katze mit Bachblüten oder Homöopathie zu stärken.

Weitere Erstmaßnahmen können eventuell das Problem schon beheben:

Folie Unsauberkeit

Folien zur Abdeckung von Sofas oder Teppichen

 

  • Ein Klo mehr aufstellen, als Katzen im Haus sind
  • Pinkelstellen mit Folie bedecken – die meisten Katzen mögen es nicht, wenn es an ihre Beine spritzt
  • Katze an der Pinkelstelle füttern – Katzen verunreinigen ihren Futterplatz nicht
  • Pinkelstellen mit Enzymreiniger zur Urinbeseitigung behandeln, damit der Geruch nicht zu erneutem Pinkeln an der Stelle verleitet

 

Auf keinen Fall zielführend ist es, die Katze mit der Nase in den Urin zu stoßen, das führt eher noch zu gesteigerter Unsicherheit und einer Verstärkung des Problems. Wenn man selbst nicht mehr weiter kommt, empfiehlt es sich, Tierpsychologen oder Tierheilpraktiker hinzuzuziehen oder sich auch Rat beim Tierarzt zu holen.

 

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