Hund im Auto

Vorsicht Hitzschlag: Hunde im Sommer im Auto


Vor kurzem war ich im Urlaub in der Bretagne. Sonniger Tag, moderate Temperaturen um 20 °C. Wir waren mit dem Auto unterwegs und schwitzten da drin auch schon ziemlich. Da sah ich – im Vorbeifahren – ein in der Sonne geparktes Auto, in dem ein großer Hund wartete. Zwar waren an einer Seite zwei Fenster ein Stückchen geöffnet, dennoch bin ich ziemlich sicher, dass es dem Tier dort mindestens so heiß war wie uns – wir hatten ja schon kaum Kühlung durch den Fahrtwind.

Immer noch wissen leider viele Tierhalter nicht, wie schnell sich selbst bei geöffnetem Fenster ein Auto aufheizt und wie schnell es in so einer Situation zum Hitzschlag kommen kann. Schon wenige Minuten ab Temperaturen von 20 °C reichen, um einen Hitzschlag hervorzurufen. Der Grund: Hunde und Katzen schwitzen nicht wie der Mensch. Sie können Ihre Temperaturregulierung nur über Hecheln bzw. über die wenigen Schweißdrüsen an den Pfoten vornehmen. Beim Hecheln verdunstet viel Flüssigkeit, die durch Trinken wieder aufgenommen werden muss. Dies ist den Tieren im Auto nicht möglich, ebensowenig, wie sich in den Schatten zu begeben. Die Folge: Es kommt zur Überhitzung des Körpers, zur Austrocknung und nachfolgend zum Kreislaufkollaps bis hin zum Schock. Dann kann auch der Tod eintreten.

Also, „mal eben schnell“ in den Supermarkt und den Hund im Auto lassen kann im Sommer schnell zur tödlichen Falle werden. Dies zeigt auch in beeindruckender Weise ein Video, das der Tierschutzverein Tasso e. V. mit einem Selbstversuch erstellt hat:

Wenn Sie wahrnehmen, dass ein Tier in einem in der Sonne geparkten Auto große Unruhe zeigt, mit weit heraushängender Zunge und vorgestrecktem Hals hechelt oder sogar schon taumelt oder apathisch wirkt, ist höchste Eile geboten.

Was können Sie tun?

  • Rufen Sie die Polizei – es handelt sich hier um einen Notfall und außerdem um einen tierschutzrelevanten Tatbestand. Versuchen Sie auch, den Halter oder die Halterin im Geschäft ausrufen zu lassen.
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, das Auto zu öffnen, befreien Sie das Tier, bringen sie es in den Schatten und kühlen sie es mit feuchten Tüchern.
  • Wenn es bei Bewusstsein ist, bieten sie ihm in kleinen Mengen zu trinken an.
  • Das Tier muss schnellstmöglich zum Tierarzt, um den Kreislauf zu stabilisieren.
  • Zur homöopathischen Erstversorgung kann Belladonna eingesetzt werden. Symptome, die mittelweisend sind, sind starker Blutandrang, heiße, trockene Haut, erweiterte, starre Pupillen und ein voller, unregelmäßiger Puls.

Um solchen Fällen vorzubeugen, können Sie auch an der Information von Tierhalterinnen und Tierhaltern mitwirken. Den meisten ist ja nicht bewusst, wie schnell sie ihr Tier in solch einer Situation in Gefahr bringen. Tasso e. V. bietet kostenlos Karten und Plakate als Informationsmaterial an, die verteilt werden können.

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